ASPERGER SYNDROM

Menschen mit Asperger-Syndrom

Sie sind weder Borderliner noch Indigo-Kinder

Das Asperger-Syndrom ist leider noch immer zu wenig bekannt. Deshalb werden Menschen mit Asperger-Syndrom viel zu schnell als komisch, dumm, desinteressiert oder anstrengend bezeichnet. Besonders erwachsene Menschen im Autismus-Spektrum werden von der Gesellschaft oft kaum wahrgenommen und dadurch stark isoliert.

In manchen esoterischen Kreisen nennt man diese Menschen fälschlicherweise Indigo-Kinder oder Sternenkinder. Darüber werden Bücher mit Halbwissen vermarktet. Während angeblich Verständnis verlangt wird, werden die Betroffenen seelisch oft zusätzlich überfordert.

Warum ich vor falschen Etiketten warne

Mir ist wichtig, eines ganz klar zu sagen: Menschen mit Asperger-Syndrom brauchen keine fremden Etiketten, keine vorschnellen Diagnosen und auch keine mystische Überhöhung. Sie sind weder automatisch Borderliner, noch Indigo-Kinder, noch Sternenkinder mit einer besonderen Mission. Sie sind Menschen mit einer eigenen Wahrnehmung, einer eigenen inneren Ordnung und oft mit Fähigkeiten, die von außen erst verstanden werden müssen.

Gerade Kinder und Jugendliche im Autismus-Spektrum werden viel zu oft falsch gelesen. Wenn sie sich zurückziehen, heißt das nicht, dass sie kalt oder desinteressiert sind. Wenn sie überfordert reagieren, heißt das nicht, dass sie böse, trotzig oder schlecht erzogen sind. Wenn sie anders kommunizieren, heißt das nicht, dass sie weniger fühlen. Oft fühlen sie sogar sehr tief, nur zeigen sie es anders.

Deshalb halte ich es für gefährlich, wenn Eltern oder Angehörige ausschließlich spirituelle Erklärungen suchen und dadurch wichtige fachliche Hilfe verpassen. Ein Kind als Indigo-Kind zu bezeichnen, mag im ersten Moment schöner klingen als eine Diagnose. Aber schöne Worte helfen nicht, wenn das Kind im Alltag leidet, in der Schule überfordert ist, keine passenden Strukturen bekommt oder ständig missverstanden wird.

Menschen mit Asperger-Syndrom brauchen keine Verklärung. Sie brauchen Verständnis, Geduld, klare Kommunikation, Schutz vor Überforderung und eine Förderung, die ihre Würde achtet. Sie brauchen Menschen, die bereit sind, ihre Sprache zu lernen, statt sie ständig in unsere Erwartungen zu pressen.

Ich wünsche mir, dass wir aufhören, diese Menschen entweder abzuwerten oder zu verklären. Beides nimmt ihnen ihre Wirklichkeit. Sie müssen nicht perfekt funktionieren und sie müssen auch keine spirituelle Aufgabe erfüllen. Sie dürfen einfach sie selbst sein. Mit ihren Stärken, ihren Grenzen, ihrer Kreativität, ihrer Tiefe und ihrem Recht auf echte Unterstützung.

Eine seriöse Abklärung durch erfahrene Fachleute kann Familien entlasten und neue Wege öffnen. Nicht, um einen Menschen in eine Schublade zu stecken, sondern um endlich zu verstehen, was er wirklich braucht. Genau darin liegt für mich der Unterschied: Eine gute Diagnose nimmt einem Menschen nicht seine Einzigartigkeit. Sie kann helfen, diese Einzigartigkeit besser zu schützen.

Warum klare Kommunikation so wichtig ist

Asperger-Syndrom würdevoll begleiten: Nicht verklären, nicht abwerten, sondern verstehen.

Menschen mit Asperger-Syndrom brauchen keine falschen Etiketten, sondern Geduld, Struktur, Würde und echtes Verstehen.

Viele Menschen mit Asperger-Syndrom verstehen klare, direkte und ehrliche Sprache besser als Andeutungen, Ironie oder unausgesprochene Erwartungen. Das bedeutet nicht, dass sie gefühllos sind. Im Gegenteil: Oft fühlen sie sehr viel, aber sie brauchen eine Kommunikation, die nicht voller versteckter Botschaften ist.

Vielleicht ist genau deshalb auch der Umgang mit künstlicher Intelligenz für manche Menschen im Autismus-Spektrum angenehm. Eine KI fragt nicht beleidigt nach, macht keine sozialen Spielchen und kann geduldig erklären, wiederholen und strukturieren. Klare Fragen bekommen klare Antworten. Genau diese Klarheit wünschen sich viele Betroffene auch von Menschen.

Menschen mit Asperger-Syndrom sind natürlich keine Maschinen. Sie haben Gefühle, Würde, Verletzlichkeit und eine eigene Geschichte. Aber sie zeigen uns, wie heilsam ehrliche, direkte und respektvolle Kommunikation sein kann. Nicht zwischen den Zeilen verstecken, sondern sagen, was gemeint ist. Nicht raten lassen, sondern erklären. Nicht bewerten, sondern verstehen.

In letzter Zeit hatte ich sehr viel Kontakt zu Menschen mit Asperger-Syndrom und zu ihren Angehörigen. Ich habe live erlebt, wie sie in Schulen, Firmen oder innerhalb der Familie allein gelassen oder überfordert werden. Nur wenige Menschen möchten lernen, diese außergewöhnlichen Menschen wirklich besser zu verstehen. Zu sagen: „Mein Kind ist ein Indigo-Kind“, bringt weder den Familien Lösungen noch den Betroffenen echte Hilfe. Sie brauchen kein Mitleid. Sie brauchen Menschen, die sie richtig, liebevoll und in Würde fördern.

Asperger Syndrom

Viele Menschen mit Asperger-Syndrom sind kreativ, tiefgründig und begabt. Sie brauchen aber liebevolle und geduldige Begleitung.

Ich hatte viele Gespräche mit Angehörigen, die in ihrem Kind hartnäckig ein Indigo-Kind oder gar ein Sternenkind sehen wollten. Manche wollten eher mich davon überzeugen, anstatt meinen Rat und meine Erfahrungswerte anzunehmen. Dabei wäre es viel hilfreicher gewesen, verlässlich abklären zu lassen, ob vielleicht ein Asperger-Syndrom oder eine andere Form aus dem Autismus-Spektrum vorliegt.

Oft benutzen gerade Eltern und überzeugte Esoteriker diese Indigo- und Sternenkind-Vorstellung, um sich selbst spirituell zu beschäftigen. Für die betroffenen Kinder, Jugendlichen oder Erwachsenen entsteht dadurch aber nicht unbedingt Hilfe. Im Gegenteil: Ihre echten Bedürfnisse können übersehen werden.

Es ist eine traurige Entwicklung, wenn aus Menschen mit Autismus-Spektrum-Besonderheiten plötzlich Engelwesen mit irdischen Aufgaben gemacht werden. Was daraus entstehen kann, ist eine quasi erleuchtete Gruppe mit prophetischen Aufgaben, während die Betroffenen und ihre Angehörigen in einer dauernden Beschäftigung mit schönen Begriffen stecken bleiben. Doch schöne Begriffe ersetzen keine klare Sicht, keine fachliche Abklärung und keine passende Unterstützung.

Sollten Sie eine Person kennen, die entsprechende Symptome zeigt, kontaktieren Sie mich gerne. Ich empfehle Ihnen europaweit anerkannte Fachleute, deren Diagnostik und Arbeit auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. Eine gute Diagnose kann neue Sichtweisen eröffnen und den Betroffenen sowie ihren Familien helfen, den Alltag besser zu verstehen.

Gerne berate ich Sie auch, wenn Ihr Kind im Autismus-Spektrum ist, ein Asperger-Syndrom diagnostiziert wurde oder Sie als Angehörige damit überfordert sind. Meine Beratung ersetzt keine fachliche Diagnose, kann aber helfen, Gedanken zu ordnen, Ängste auszusprechen und neue Wege im Umgang miteinander zu finden.


Ein Mutmacher aus meiner eigenen Familie:

Niemand hat anfangs an den Weg meines eigenen Sohnes geglaubt, außer mir. Heute ist er ein hochkreativer IT-Profi, App-Entwickler und leidenschaftlicher Komponist, der sich mühelos in komplexe Software-Systeme hineindenkt. Menschen mit Asperger-Syndrom sind nicht falsch. Sie denken anders, tiefer und oft auf eine besondere Weise. Wenn wir aufhören, sie zu überfordern, und stattdessen ihre echten Stärken in Würde fördern, können sie Großes erreichen. Geben Sie nicht auf. Der Weg lohnt sich!

Hellseherin

Tedora

Herzlichst, Ihre Tedora

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