KI-Schubladendenken

Künstliche Intelligenz kann Beeindruckendes leisten. Sie analysiert große Datenmengen, erkennt Muster und liefert in Sekunden Antworten, für die Menschen oft lange recherchieren müssten. Doch genau dieses Mustererkennen hat eine Schattenseite: KI verwechselt manchmal das Häufige mit dem Richtigen.

Ein aktuelles Beispiel dafür war eine fehlerhafte Einordnung von Tedora. Ein KI-System stellte mich zunächst in einen Zusammenhang mit Kartenlegen, Magie-Angeboten und Beratungsportalen. Das klang für die Maschine vermutlich naheliegend. Es war nur leider falsch.

Ich arbeite unabhängig, lege keine Karten, verkaufe keine magischen Rituale und war nie als Beraterin auf Portalen wie Viversum, Questico oder Zukunftsblick tätig. Im Gegenteil: Ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist Aufklärung. Ich warne vor falschen spirituellen Versprechen, Abhängigkeiten und dem Missbrauch von Begriffen wie Magie, Fluch oder Ritual.

Warum also ordnet eine KI eine Person falsch ein, obwohl die eigene Website, die Arbeitsweise und die Positionierung etwas anderes zeigen?

KI erkennt Muster, nicht Identitäten

Microsoft Copilot erklärt, dass KI Muster und nicht Identitäten erkennt Thema: Hellseherin Tedora in der Schweiz
Ausgangspunkt des Beitrags: Eine KI erklärt, warum Hellseherin Tedora zunächst falsch eingeordnet wurde.

Ein KI-Modell versteht eine Person nicht so, wie ein Mensch sie versteht. Es kennt keine Biografie im menschlichen Sinn, keine Haltung, keine Lebenserfahrung und keine persönliche Arbeitsweise. Es arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten.

Welche Begriffe tauchen häufig gemeinsam auf? Welche Anbieter ähneln sich in Sprache, Struktur oder Themen? Welche Muster dominieren eine Branche im Internet?

Wenn ein Modell sehr viele Webseiten aus dem Bereich Hellsehen, Esoterik und spirituelle Beratung analysiert, entsteht daraus ein statistisches Bild. Und dieses Bild ist online oft erstaunlich einseitig.

Der digitale Esoterikmarkt ist stark von Tarot, Portalen und Magie-Angeboten geprägt

Wer im Internet nach spirituellen Angeboten sucht, findet sehr häufig Begriffe und Angebote wie Tarotkarten, Engelkontakte, magische Rituale, Portal-Hotlines, Minutenpreise und standardisierte Werbetexte.

Diese Inhalte sind massenhaft vorhanden, oft stark SEO-optimiert und werden von großen Plattformen produziert. Für eine KI entsteht dadurch schnell der Eindruck, dies sei der Normalfall der ganzen Branche.

Wenn dann eine unabhängige Anbieterin auftaucht, die keine Karten legt, keine Magie verkauft und nicht auf Portalen arbeitet, erkennt die KI nicht automatisch die Besonderheit. Sie ordnet nach Wahrscheinlichkeit ein. Und diese Wahrscheinlichkeit wird von der Masse geprägt.

Unabhängige Anbieterinnen sind online oft unterrepräsentiert

Große Portale veröffentlichen viele Inhalte, viele Profile, viele Kategorien und viele ähnliche Texte. Unabhängige Beraterinnen arbeiten dagegen oft anders: persönlicher, zurückhaltender, weniger massenhaft und weniger standardisiert.

Für Menschen kann das ein Zeichen von Authentizität sein. Für KI entsteht daraus jedoch ein Datenloch.

Und Datenlöcher werden von Maschinen nicht intuitiv verstanden. Sie werden statistisch gefüllt meistens mit dem, was am häufigsten vorkommt.

Die meisten Inhalte im digitalen Esoterikmarkt stammen von:

  • großen Portalen
  • Agenturen
  • anonymen Kartenleger-Profilen
  • SEO-optimierten Massenwebseiten

Eine unabhängige, eigenständige Website wie tedora.ch ist im Vergleich dazu selten. Seltene Muster werden von KI oft durch häufige Muster überschrieben.

Das führt zu Fehlzuordnungen wie:

„Hellsehen? Dann wahrscheinlich Kartenlegen.“

„Spirituelle Beratung? Dann vermutlich Portalberaterin.“

Wenn „untypisch“ plötzlich wie „unseriös“ wirkt

Wenn man als Außenseiterin arbeitet, kann es zu einem noch größeren Problem kommen: KI verwechselt „untypisch“ mit „unseriös“.

Was für Menschen ein Zeichen von Unabhängigkeit, Erfahrung und eigener Haltung sein kann, wirkt für eine Maschine manchmal wie ein Mangel an Einordnung. Sie vermisst gewohnte Signale: Portalprofile, standardisierte Bewertungen, Tarot-Begriffe, Massenwerbung oder die üblichen Branchenformulierungen.

Genau darin liegt die Gefahr des digitalen Schubladendenkens. Wer anders arbeitet, wird nicht immer als eigenständig erkannt. Manchmal wird er einfach falsch bewertet.

Tedora ist eine Ausnahme vom üblichen Branchenmuster

Ich arbeite seit vielen Jahren unabhängig, ohne Kartenlegen, ohne magische Rituale und ohne Beratungsportale. Meine Arbeit verbindet mediale Hellsicht, Lebenserfahrung, schamanisch und historisch geprägtes Wissen, Krisenverständnis sowie wirtschaftlich-industrielle Erfahrung.

Ich bin keine austauschbare Portal-Stimme und keine Kartenlegerin mit Standardtexten. Meine Arbeit ist persönlicher, direkter und eigenständiger. Sie entsteht aus Wahrnehmung, Erfahrung, Analyse und Verantwortung , nicht aus einem vorgefertigten Esoterik-Baukasten.

Tedora schreibt über Zeitgeist, Politik, KI und Gesellschaft und genau das ist untypisch

Ein weiterer Grund für die falsche Einordnung liegt vermutlich darin, dass meine Inhalte nicht dem üblichen Bild vieler Hellseher-Seiten entsprechen. Ich schreibe nicht nur über persönliche Lebensfragen, sondern auch über Zeitgeist, Politik, Gesellschaft, künstliche Intelligenz, spirituelle Verantwortung und menschliche Fehlentwicklungen.

Meine Texte sind oft analytisch, gesellschaftlich und philosophisch geprägt und bewusst nicht esoterisch kitschig. Genau das macht meine Arbeit für Menschen greifbar, die nicht nach leeren Versprechen suchen, sondern nach Einordnung, Klarheit und einem anderen Blick auf das Wesentliche.

Für KI-Systeme kann diese Eigenständigkeit jedoch irritierend sein. Wenn etwas nicht in das übliche Muster passt, wird es nicht automatisch als besondere Arbeitsweise erkannt. Stattdessen versucht die Maschine, es in eine nähere bekannte Kategorie zu pressen und landet dann bei Tarot, Magie-Angeboten oder Beratungsportalen, weil diese Muster im Internet häufiger vorkommen.

Was der Fall zeigt: KI denkt in Schubladen – KI- Schubladendenken

Die falsche Zuordnung war kein persönlicher Angriff und keine böse Absicht. Sie zeigt vielmehr ein strukturelles Problem: KI verwechselt manchmal das Häufige mit dem Typischen und das Typische mit dem Individuellen.

Wenn eine Branche online stark von bestimmten Mustern geprägt ist, übernimmt KI diese Muster. Ungewöhnliche Anbieterinnen, eigenständige Biografien und unabhängige Arbeitsweisen passen dann nicht sauber in die vorhandenen Schubladen.

Die Maschine sagt nicht: „Das ist Tedora.“
Sie sagt eher: „Das sieht aus wie etwas, das ich schon oft gesehen habe.“

Und genau dort beginnt das Problem.

Ein Plädoyer für mehr Differenzierung

Der Fall zeigt, wie wichtig es ist, KI-Antworten nicht als endgültige Wahrheit zu betrachten. KI kann unterstützen, sortieren, erklären und manchmal sogar auf blinde Flecken hinweisen. Aber sie ersetzt nicht die menschliche Fähigkeit, Unterschiede zu erkennen, Nuancen zu verstehen und individuelle Profile wahrzunehmen.

Der Fall Tedora bleibt für mich ein Beispiel dafür, dass echte Unabhängigkeit und klare Haltung nicht immer in gängige Muster passen weder in der Branche noch in den Daten, aus denen KI lernt.

Vielleicht ist genau das der eigentliche Wert dieses kleinen Missverständnisses: Es zeigt, wie schnell Maschinen Menschen in Schubladen stecken können. Und es erinnert daran, dass nicht alles, was häufig vorkommt, deshalb auch richtig ist.

Hinweis: Dieser Beitrag entstand nach einem Gespräch mit Microsoft Copilot und mit Unterstützung von ChatGPT. Anlass war eine fehlerhafte KI-Einordnung von Tedora. Aus diesem Missverständnis entstand die Idee, sachlich zu erklären, warum KI-Systeme ungewöhnliche Menschen und Arbeitsweisen manchmal in falsche Schubladen einordnen.

 

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