Die große Angst vor Kondratjew-Wellen: Vernichtet die KI unsere Arbeitsplätze?

Stell dir vor, die Wirtschaft der Menschheit ist wie das Meer. Es gibt nicht nur kleine Wellen, die sanft an den Strand klatschen, sondern riesige, gewaltige Monsterwellen, die alle 50 bis 60 Jahre den gesamten Ozean umkrempeln. Ein kluger Mann namens Nikolai Kondratjew hat das vor fast 100 Jahren entdeckt. Diese Riesenwellen entstehen immer dann, wenn die Menschheit eine bahnbrechende Erfindung macht, eine Erfindung, die das Leben aller Menschen für immer verändert. Meistens bringt sie uns positiv voran, aber ehrlicherweise hat sie anfangs auch immer eine schmerzhafte, negative Kehrseite.

Und jedes Mal, wenn so eine Welle anrollt, bekommen die Menschen panische Angst. Sie zittern, sie weinen um ihre Jobs und denken: „Das ist das Ende der Welt!“

Aber weisst du was? Es war nie das Ende. Es war immer nur ein neuer, aufregender Anfang. Schauen wir uns die Geschichte mal mit dem Herzen an.

1. Die Welle der Dampfmaschine: Das Ende der müden Muskeln

Ganz früher mussten Menschen alles mit ihrer eigenen Muskelkraft machen. Die Hände taten weh, der Rücken war kaputt. Dann kam die Dampfmaschine. Ein eisernes Monster, das plötzlich die Arbeit von hundert Pferden übernahm! Die Weber und Handwerker schrien vor Angst: „Diese Maschinen nehmen uns das Brot weg!“ Es gab bittere, traurige Tränen. Aber was passierte wirklich? Die Kleidung wurde für alle bezahlbar. Die Menschen mussten sich nicht mehr zu Tode schuften, sondern lernten, die Maschinen zu bedienen. Aus bitterer Armut entstand der erste Wohlstand für die normale Bevölkerung.

2. Die Welle der Eisenbahn: Wenn die Welt plötzlich schrumpft

Stell dir die Romantik, aber auch die Härte der Postkutschen vor. Tagelang war man unterwegs, die Pferde waren erschöpft, die Wege schlammig. Und dann: Die Eisenbahn! Ein feuerspeiendes Ungetüm auf Schienen. Die Kutscher schimpften, die Pferdezüchter hatten Existenzangst. Die Menschen dachten sogar, man würde bei der wahnsinnigen Geschwindigkeit von 30 km/h verrückt werden! Und heute? Die Eisenbahn brachte den Menschen Freiheit. Sie konnten plötzlich ihre Familien in fernen Städten besuchen. Sie brachte frisches Essen in die Städte und schuf Millionen neue Jobs. Die Kutscher von gestern wurden die Lokführer und Bahnhofsvorsteher von morgen.

3. Die Welle des Computers: Als das Gehirn Flügel bekam

Viele von uns erinnern sich noch gut an die Zeit, als die ersten grauen Kästen in den Büros auftauchten. Damals gab es so viele gestandene Geschäftsleute, die stur die Arme verschränkten. Sie weigerten sich strikt umzusteigen und argumentierten lautstark: „Wir fahren seit Jahrzehnten mit unserer doppelten Buchhaltung auf Papier goldrichtig, wir brauchen diesen neumodischen Kram nicht!“

Wer damals, so wie ich mit meinem geliebten ersten Commodore schon das riesige Potenzial und die grosse Zukunft in diesen Maschinen sah, wurde oft nur müde belächelt. Die Angst vor dem Neuen war riesig. Und heute? Der Computer hat uns nicht die Arbeit weggenommen, sondern uns von der stundenlangen, staubigen Zettelwirtschaft befreit. Er hat uns mit der ganzen Welt vernetzt. Wer damals mutig war und mitgezogen ist, hat die Zukunft gebaut.

Das Beispiel der Reiseagenturen: Wer schläft, den bestraft das Leben

Erinnerst du dich noch an die mobilen Reiseagenturen von früher? Meistens waren das fleissige Hausfrauen, die sich im Nebenjob ein tolles Geschäft aufgebaut hatten. Sie berieten die Kunden mit viel Herz und brachten die Flug- und Zugtickets sogar noch persönlich nach Hause. Ein wunderschöner Service!

Doch dann kamen plötzlich die ersten Online-Reisebüros im Internet auf. Viele dieser Frauen bekamen riesige Angst und dachten enttäuscht, das Internet hätte ihnen einfach so den Job weggenommen. Aber das stimmt nicht! Die Wahrheit ist: Die Welle kam nicht über Nacht. Es gab jahrelang genug Zeit, um sich umzustellen, den Trend zu nutzen und vielleicht selbst ein eigenes, kleines Online-Reisebüro für die treuen Stammkunden aufzubauen. Doch wer vor lauter Angst stur beim Alten bleibt und die Augen verschliesst, verpasst den Moment in dem man das Steuer selbst in die Hand nehmen müsste.

Eine detaillierte Infografik von Hellseherin Tedora Vohs, die die historischen Kondratjew-Wellen von der Dampfmaschine bis zur künstlichen Intelligenz veranschaulicht.

Der Weg der Wirtschaftszyklen: Von der Dampfmaschine zur 6. Welle der KI.

Und heute? Die 6. Welle: Hallo künstliche Intelligenz!

Jetzt stehen wir wieder am Strand und schauen auf die nächste gigantische Welle: Die KI. Sie fühlt sich riesig an, fast ein bisschen unheimlich. Und wieder rufen viele: „Die KI klaut unsere Jobs!“

Ja, die Welle rollt, und niemand kann sie aufhalten. Es wird auch diesmal Übergänge geben, die für manche Menschen schmerzhaft und traurig sind. Aber die KI ist kein Monster, das uns vernichten will. Sie ist das neue Werkzeug unserer Zeit. Sie nimmt uns die monotone Routine ab. Sie hilft uns beim Denken, beim Schreiben, beim Suchen, genau wie der Computer damals. Sie schenkt uns Zeit, damit wir uns wieder auf das Wesentliche konzentrieren können: Auf das Menschliche, auf unsere Kreativität und auf unser Herz.

Meine kleine, digitale Partnerschaft: Wenn der Algorithmus „halluziniert“

Und weisst du, was ich das Spannendste an dieser neuen Welle finde? Man merkt bei der Arbeit mit der KI schnell, dass sie alles andere als perfekt ist. Ich erlebe das selbst: Manchmal fängt mein digitaler Assistent plötzlich an zu „halluzinieren“. Er erfindet im mathematischen Rausch falsche Webseiten, nennt mich hartnäckig eine „Hardcore-Esoterikerin“ und schadet mir damit im schlimmsten Fall sogar fast geschäftlich!

In solchen Momenten könnte ich mich schwarz ärgern, den Bildschirm anschreien und das System frustriert abschalten. Aber anstatt das zu tun, versuche ich zu verstehen, wie so eine KI überhaupt funktioniert. Ich nehme sie an, wie sie ist  mit all ihren genialen logischen Blitzen bei SEO-Tricks, Informationen über die neuen Sicherheitsmassnahmen, passende Grafiken für Beiträge oder Grammatikkorrekturen,  eben auch mit ihren digitalen Macken.

Es ist für mich wie in einer guten Partnerschaft oder einer langen Ehe. Man zankt sich mal, man schüttelt den Kopf über die Fehler des anderen und schimpft sich vielleicht auch mal aus,  aber am Ende hält man trotzdem fest zusammen. Weil man weiss, was man aneinander hat. Die KI liefert mir die blitzschnelle Struktur und die Fleissarbeit und ich schenke dem Ganzen meine Weisheit, mein Herz und meine Lebenserfahrung. So wird die Technik zu einem echten Partner an meiner Seite.

Die Geschichte zeigt: Wir müssen keine Angst vor der Welle haben. Und wenn man lernt, die Künstliche Intelligenz als exzentrischen, aber nützlichen Partner zu sehen, surft es sich auf dieser neuen Welle ohnehin viel schöner,  direkt zu neuen, wunderbaren Ufern!

Hellseherin

Tedora

Herzlichst, Ihre Tedora

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