Hinweis: Dieser Text stammt ursprünglich aus dem Jahr 2011 und wurde später auf meiner Website archiviert. Er spiegelt meine damalige Wahrnehmung politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen wider. Ich lasse ihn als Zeitdokument stehen – nicht als tagespolitische Analyse, sondern als Ausdruck einer früheren Beobachtung.
Der 3. Weltkrieg und der Bürgerkrieg: eine persönliche Zeitgeist-Betrachtung

Verrat!
Der dritte Weltkrieg findet meiner damaligen Wahrnehmung nach nicht zwingend so statt, wie frühere Kriege geführt wurden. Nicht immer mit einer einzigen Kriegserklärung, nicht immer mit einem klaren Anfang und nicht immer mit einem sichtbaren Ende.
Ich sah ihn eher als schleichenden Prozess: langsam, strategisch, politisch und wirtschaftlich verwoben. Eine Art Salamitaktik, bei der Länder, Kulturen, Ressourcen und gesellschaftliche Strukturen Schritt für Schritt unter Druck geraten.
Betroffen waren und sind aus meiner Sicht nicht nur einzelne Regionen, sondern ganze geopolitische Räume: Südeuropa, Nahost, Fernost, Afrika, Südamerika – und teilweise auch die eigene Bevölkerung im Okzident und in Europa.
Wer auf einen klassischen Weltkrieg wartet, wie wir ihn aus Geschichtsbüchern kennen, könnte lange vergeblich warten. Die moderne Form des Krieges zeigt sich oft anders: wirtschaftlich, politisch, medial, gesellschaftlich und kulturell.
Endziel: Ade Kulturen, ade Freiheit, ade Bürgerrechte?
Damals stellte ich mir die Frage, ob es am Ende nicht nur um Länder und Grenzen geht, sondern um Kulturen, Freiheit, Bürgerrechte und wirtschaftliche Macht. Ein Krieg in Zeitlupe ist schwerer zu erkennen als ein Krieg mit Panzern vor der Haustür.
PS: Ob zuerst Iran oder Syrien im Mittelpunkt weiterer Eskalationen stehen würden, wusste ich damals nicht. Aber ich hoffte, dass nicht wieder neue Angriffsnachrichten unter dem Banner der Demokratie die Menschen in Angst versetzen würden.
An die Dauerkriege im Irak, in Afghanistan und in anderen Regionen hatte sich die Weltöffentlichkeit bereits fast gewöhnt. Wenn nur noch Hunderte oder Tausende sterben statt Millionen, wird das statistisch fast als Fortschritt verkauft. Menschlich bleibt es dennoch eine Tragödie.
PPS: Auch über Hugo Chávez und Venezuela schrieb ich damals aus meiner damaligen Wahrnehmung heraus. Ich sah, wie einzelne politische Figuren ganze Konzepte durcheinanderbringen konnten – und wie schnell solche Menschen aus dem Spiel genommen oder geschwächt wurden.
PPPS: „Wer zuletzt lacht, lacht am besten.“ Auch türkische Politiker sah ich damals nicht als Gewinner, sondern als Figuren in einem größeren Spiel. Wer heute glaubt, ein Konzept zu beherrschen, kann morgen selbst Teil eines neuen Konzeptes werden.
Rückblick aus heutiger Sicht
Heute lese ich diesen alten Text mit Abstand. Manche Formulierungen würde ich heute ruhiger wählen, manche Beobachtungen anders einordnen. Dennoch zeigt der Beitrag, wie stark mich damals die Frage beschäftigte, ob moderne Konflikte nicht längst anders geführt werden als in der klassischen Vorstellung von Krieg.
Für mich bleibt der Kern dieses Textes die Beobachtung, dass Macht, Wirtschaft, Medien, Kultur und Politik oft enger miteinander verbunden sind, als es auf den ersten Blick scheint. Genau deshalb lasse ich diesen Beitrag als Zeitgeist-Dokument stehen.
Quelle: Ursprünglich am 5. November 2011 auf Facebook veröffentlicht und später als Zeitdokument auf meiner Website archiviert.