Meine hellsten Nächte
Oft merkte ich, dass so manche Nächte für mich heller waren als manche sonnendurchflutete Tage. Unzählige Male sah ich in der Dunkelheit klarer als im Tageslicht.
Es gab sogar Nächte, die mich durch ihre Helligkeit fast geblendet haben, so dass ich meine Augen fest schloss und willenlos nur meinem Verstand folgte.
Ich liebe solche klaren Nächte … auch, wenn sie sich selten zeigen. Sie sind vornehm zurückhaltend und verweilen in ihrer Stille.
Schwarze Schönheiten lassen allabendlich den Sternen den Vortritt. Das nenne ich echte Bescheidenheit, Genügsamkeit, Nächstenliebe und nicht zuletzt feindosiertes, effektives Handeln im Bewusstsein der eigenen Kraft.
Meine hellsten Nächte waren meine treuesten Begleiter, die mir jedes Mal am ehrlichsten einen weiteren Spiegel für meine Sammlung schenkten …
Und … ich sah, wie sich Zufriedenheit, Dankbarsein und berechtigter Stolz immer weniger verschwommen auf meinem Spiegelbild zeigten.
Ich stellte mit Erstaunen fest, wie ich immer länger, immer furchtloser und immer freiwilliger in ihn „reinsehen“ konnte … dank so mancher hellen, aber auch lichterlohen Nächte.
Copyright: C.F. Vohs/ Tedora – März 2004 / Asunción, Paraguay
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